SSV Reutlingen 1905 Fußball Archiv bis September 2017

Kampf ohne Ende

Dank einer, vor allem kämpferisch, ganz starken zweite Hälfte schafft es das Team um Kapitän Giuseppe Ricciardi, trotz doppelter Unterzahl noch einen Punkt aus Sandhausen mitznehmen.

Schon vor Spielbeginn war klar, dies würde keine einfaches Spiel werden. Die U23 vom SVS konnte in den letzten Wochen viel Selbstvertrauen tanken und Georgi Donkov musste in seinem Team einige Wechsel vornehmen. Neben den bereits länger Verletzten Andreas Maier, Anthony Coppala und Gabriel Alleoni musste unser Coach auch noch auf Daniel Schachtschneider, Pierre Eiberger, Lukas Hartmann und Maximilian Frölich verletzungsbedingt verzichten. Der nächste Schock ließ nicht lange auf sich warten, nach einem hohen Ball in der 6. Minute in den Reutlinger Strafraum gewann Gomis das Kopfballduell gegen den gegnerischen Stürmer, dabei prallten aber beide mit dem Kopf zusammen und Gomis musste minutenlang außerhalb des Feldes behandelt werden. Er kam dann zwar nochmal auf´s Feld, aber nach weiteren 60 Sekunden war klar, dass es für ihn nicht weitergehen würde. Noch in der Halbzeit wurde er zur weiteren Behandlung in das anliegende Krankenhaus gebracht. Für ihn wurde kurz darauf Marc Golinski eingewechselt und Giuseppe Ricciardi rückte zurück in die Innenverteidigung. In der Anfangsphase gab es kaum nennenswerte Aktionen, da beide Mannschaften erstmal versuchten hinten die Null zu halten und sich bei gegnerischem Ballbesitz weit in die eigene Hälfte zurückzogen und so kaum Räume boten. Auf den ersten guten Angriff der Kreuzeichekicker musste man bis zur 28. Minute warten. Allessio Bennardo, der sein Startelfdebut feiern durfte, spielte einen tollen Ball in die Schnittstelle der Abwehr und den Lauf von Marc Golinski, der entschied sich kurz vor dem Tor den Ball nochmal auf den mitgelaufen Ubabuike quer zu legen und ein Abwehrspieler der Sandhausener konnte gerade noch den Fuß dazwischen bekommen und klären. In der 34. Minute dann die nächste Hiobsbotschaft, Rouven Wiesner zwickte der Oberschenkel, auch für ihn ging es nicht mehr weiter, für ihn durfte Haitham Obeyapwa in die Partie und sein erstes Spiel in der Oberliga für den SSV absolvieren. Der SSV nahm nun mehr und mehr das Spiel in die Hand und kam so auch zu zwei guten Möglichkeiten. Erst war es Ubabuike in der 35. Minute, der nach einem Eckball am höchsten stieg, den Ball aber auf das Tornetz köpfte. Anschließend hätte Golinski das 1:0 auf dem Fuß, einen schönen Ball aus der eigenen Hälfte in den Lauf konnte er stark verarbeiten und lief alleine auf Wulle im Tor des SVS zu, dann flatterten ihm aber die Nerven und der Keeper konnte den zu zentral geschossenen Ball zur Ecke klären. Ws kam es wie es kommen musste, in der 45. Minuten gelang Sandhausen mit dem ersten gefährlichen Angriff der Führungstreffer. Nach einem Ballverlust von Vochatzer, als die ganze Mannschaft des SSV in der Vorwärtsbewegung war, konnte der Ball auf den links völlig frei stehenden Graciotti gespielt werden, welcher von kurz nach der Mittellinie alleine auf Matthias Hamrol zu lief und ihm mit einem überlegten Schuss aus 12m ins untere rechte Eck keine Chance ließ. So ging es mit einem Rückstand in die Pause.

 

 

Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, mussten die mitgereisten Reutlinger Fans das nächste Mal schlucken, Vochatzer sah für ein Allerweltsfaul im Mittelfeld die zweite gelbe Karte und wurde vom Feld verwiesen. Unser Team jetzt also ab der 47. Minute nur noch zu zehnt. Unsere Mannschaft ließ den Kopf aber nicht hängen, im Gegenteil, die Jungs wollten den Ausgleich und hatten in der 48. und 49. Minute zwei dicke Möglichkeiten. Erst nutzte Daniel Seemann einen Patzer in der gegnerischen Abwehr und lupfte den Ball über den Keeper, aber der Ball konnte von einem Verteidiger gerade noch von der Linie gekratzt werden. 60 Sekunden später war Sebastian Gleißner frei vor dem Tor der Hausherren, aber seinen Schuss konnte Wulle mit einer glänzenden Parade abwehren. In der 53. Minute musste dann auch Matthias Hamrol sein ganzes Können zeigen, ein Pass zwischen die beiden Innenverteidiger konnte von Graciotti erlaufen werden, der zog aus 14m ab und schlenzte den Ball ins lange Ecke, aber Hamrol konnte mit einer Weltklasse Parade den Ball zur Ecke entschärfen. In der 57. Minute dann eine ganz kuriose Szene, der eingewechselte Obeyapwa verlor das Gleichgewicht, als er einen Sandhausener Spieler am Strafraum verfolgte und fiel dem Angreifer von hinten in die Beine. Schiedsrichter Robert Kempter zögerte keine Sekunde und zeigte auch ihm die zweite gelbe Karte. Da waren es nur noch acht Feldspieler. Was nur zwei Minuten später folgte war fast unglaublich. Ein langer Ball auf Seemann, der verlängerte auf den mitgelaufenen Golinski und der ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte per Volley aus 12m zum Ausgleich. Die mitgereisten Reutlinger Fans konnten ihren Augen nicht trauen und lagen sich allesamt in den Armen. Dass die Moral innerhalb der Mannschaft stimmt, zeigte die zweite Halbzeit der Partie. Trotz den zwei Platzverweisen schaffte es Sandhausen kaum sich Torchancen heraus zu spielen. Der SSV stand hinten nun natürlich extrem tief um keine Räume zu bieten und hatte sogar noch die ein oder andere Konterchance. Nach 62 Minuten war es wieder der agile Seemann, der nach einem Freistoß vom Golinski mit dem Kopf gar die Chance auf die Führung hatte, aber er konnte nicht genügend Druck hinter den Ball bekommen. Dass es schlussendlich beim Punktgewinn blieb, war sowohl der starken Laufbereitschaft der gesamten Mannschaft, wie auch Matthias Hamrol zu verdanken, der in der 74. und 84. Minute mit zwei weiteren starken Paraden das Unentschieden fest halten konnte. Sandhausen warf in der Schlussphase nochmal alles nach vorne, aber bis auf die beiden Möglichkeiten stand unsere Abwehr sehr stabil.

 

 

Dank ein kämpferisch extrem starken zweiten Hälfte geht das Unentschieden trotz der doppelten Unterzahl mehr als in Ordnung, mit etwas mehr Glück wäre hier sogar noch ein weiterer Treffer gefallen, am Ende müssen und können wir nach diesem Spielverlauf mit dem Punkt aber sehr zufrieden sein.

 

 

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Statistiken:

 

SVS: Wulle, Görich(74. Avci), Hammann, Doufas(59. Sailer), Bieler, Schaaf, Weber(49. Bradara), Graciotti, Biedermann, Kochendörfer, Fellini(65. Mamba)

 

SSV: Hamrol, Wiesner(35. Obeyapwa), Gomis(15. Golinski/86. Heim), Haas, Schiffel, Ricciardi, Gleißner, Ubabuike(76. Schall), Bennardo, Vochatzer, Seemann

 

gelbe Karten: Bieler, Schaaf, Sailer – Hamrol, Schall

 

gelb-rote Karten: - Vochatzer, Obeyapwa

 

Schiedsrichter: Robert Kempter (Stockach)

 

Zuschauer: 215