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Spiel gegen Bissingen verlegt. Ein Kommentar.

Das ursprünglich auf den Maifeiertag angesetzte Spiel des SSV beim FSV 08 Bissingen wurde auf Dienstag, 30.04.2013 um 18:30 Uhr verlegt.

Wie der wfv in einer Email an die Vereine mitteilte, wurde das Spiel "in Absprache mit den Sicherheitsbehörden" einen Tag vorverlegt.

 

Ein Kommentar von Marc Bietz

 

Nachdem bereits der erste Termin aus Sicherheitsgründen verschoben werden musste, weil Gerüchten zufolge ein Sicherheitszaun, der extra für dieses Spiel fest installiert werden muss, nicht rechtzeitig fertiggestellt war, ist schon wieder die "Sicherheit" schuld an einer Spielverlegung des SSV Reutlingen. Langsam sollten die Sicherheitsbehörden doch gemerkt haben, dass keine Horde wilder Barbaren zu den Auswärtsspielen des SSV anreist. Nein - eine Gruppe von rund 50 Jugendlichen und jungen Erwachsenen unterstützen ihren Verein in der Fremde. Ziel ist auch nicht gegnerische Sportanlagen zu verwüsten oder die heimischen Zuschauer zu terrorisieren. Nein - lautstarke und farbenfrohe Unterstützung des SSV ist das einzige Anliegen der Reutlinger Fans. Hierbei sehen sich die SSV-Fans jedoch oftmals einem überzogenen Sicherheitsapparat oder anderen Restriktionen, wie Einschränkungen bei Fahnen und Bannern, oder dem Bierausschank gegenüber.

 

Jedoch haben nicht nur die Reutlinger Fans mit den Sicherheitsauflagen zu "kämpfen". Auch für die gastgebenden Vereine werden die Spiele gegen den SSV zu einer Herkulesaufgabe. So verschlingen Sicherheitsauflagen der örtlichen Behörden hunderte Euros, so dass am Ende zum Teil draufgezahlt werden muss.

 

In einem Gespräch zwischen Fans des SSV Reutlingen und dem wfv wurde von Verbandsseite versichert, dass in der laufenden Spielzeit kein Spiel mit Reutlinger Beteiligung als sicherheitsrelevant eingestuft wurde. Warum sehen nicht langsam auch die Ordnungsämter und Polizeidienststellen vor Ort, dass der SSV nicht mehr mit hunderten Fans, wie zu Zeiten der Zweiten Liga, in fremde Stadien reist? Bei den Heimspielen schafft man es meist mit einer Streifenwagenbesatzung und zwei szenekundigen Beamten, denselben "wilden Haufen", der auch auswärts den SSV unterstützt, in den Griff zu bekommen. Warum nicht auch auf der Sportanlage in Walldorf, Neckarelz oder sonstwo. 

 

Es gibt aber auch positive Beispiele. So wurden die SSV-Anhänger erst jüngst vom Vorstand des Kehler FV und zuletzt von Verantwortlichen des TSV Grunbach für ihr Verhalten gelobt. Auch der Bahlinger SC schafft die "Fantrennung" mit einem einfach Trassierband. Das sind Beispiele, die Schule machen müssen, dass Alle in Zukunft Freunde an den Spielen gegen den SSV haben und den Spielen nicht mit gemischten Gefühlen entgegensehen müssen. Mit gegenseitigem Respekt und Toleranz sollte es doch machbar sein, dass am Ende alle zufrieden nach Hause gehen können.