SSV Reutlingen 1905 Fußball Archiv bis September 2017

Arbeitssieg des SSV Reutlingen gegen Walldorf II

»Die drei Punkte zählen. Wir müssen in unserer jetzigen Situation keine Schönheitspreise gewinnen«, brachte SSV-Spielleiter Martin Göggelmann gestern Abend die zurückliegenden 90 Minuten auf einen Nenner. Die Reutlinger Oberliga-Fußballer besiegten den FCA Walldorf II mit 2:0 (1:0), rückten auf den achten Platz vor und kamen dem Klassenverbleib ein weiteres Stück näher. Vor 921 Zuschauern im Kreuzeiche-Stadion erzielten Pierre Eiberger und Andreas »Bobo« Mayer die Tore. Eiberger traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit einem strammen 22-Meter-Schuss, Mayer in der Nachspielzeit des zweiten Durchgangs per Volleyschuss nach starker Vorarbeit von Daniel Schachtschneider.

Dieser dritte Zu-Null-Sieg in Folge war für den SSV ein guter Start in eine interessante und richtungsweisende Woche. Am Mittwoch steigt in Balingen das Verbandspokal-Viertelfinalspiel, ehe es am nächsten Samstag zum Duell beim Kellerkind Offenburger FV kommt.

 

Körperspannung fehlt

 

»Unsere jüngste Bilanz ist positiv«, atmete Reutlingens Trainer Jochen Class tief durch. Es ist erst drei Wochen her, als der akribisch arbeitende Class nach der vierten Niederlage im vierten Spiel des Jahres 2017 der Verzweiflung nahe war. Dabei war damals nicht alles schlecht. Und gestern war längst nicht alles gut. Das 2:0 gegen die zweite Garde des Regionalligisten FCA Walldorf war ein Arbeitssieg mit vielen Schönheitsfehlern. »Ich bin zufrieden, dass wir gewonnen haben, spielerisch war es aber nicht berauschend«, formulierte Class.

Der Reutlinger Coach fordert von seinen Schützlingen mehr spielerische Lösungen. »Wir wollen attraktiver spielen.« In Ansätzen lief der Ball gut durch die Reihen. Es blieb jedoch bei den Ansätzen. Nicht nur das Trainergespann Class/Andreas Rill, sondern auch die SSV-Anhänger ärgerten sich über viel zu viele leichte Ballverluste. Einige Mal kam ein Anspiel über drei Meter nicht beim Mitspieler an. »Da fehlte oft die Körperspannung«, erklärte Class.

Kapitän Mayer legte den Finger in die Wunde: »Wir haben in der ersten Halbzeit viel zu schlampig gespielt.« Der Routinier lobte jedoch die defensive Stabilität. »Wir sind eingespielter. Rouven Wiesner und Lukas Hartmann bilden ein gutes Innenverteidiger-Duo. In der Vorrunde mussten wir auf diesen Positionen dauernd umstellen.« Mittelfeldmann Maximilian Rohr schlägt in die gleiche Kerbe: »Wir stehen defensiv mittlerweile extrem gut. Rouven Wiesner gibt die Kommandos und bringt Ruhe ins Spiel.

 

Gute Gelegenheiten vergeben

 

In den ersten 20 Minuten fand der SSV fast nicht statt, danach hatte er allerdings das Geschehen weitgehend im Griff und ging als verdienter Sieger vom Platz. In der 21. Minute versemmelten die Gastgeber nach einer Ecke von Mayer eine Dreifach-Chance. Rohr war zuletzt am Ball und fand in Keeper Denis Wieszolek seinen Meister. »Den muss ich machen«, übte Rohr Selbstkritik. Dann vergaben Onesi Kuengienda sowie der agile, aber glücklose Francis Ubabuike gute Gelegenheiten. In der zweiten Hälfte scheiterte Kuengienda zwei Mal, ehe Wiesner im SSV-Strafraum in höchster Not klärend zur Stelle war. Schließlich sah der Walldorfer Arik Edelmann nach einer Notbremse – er foulte den allein aufs Tor zustürmenden Schachtschneider kurz vor dem Strafraum – die Rote Karte. Am Ende reichten dem SSV die beiden Tore in der Nachspielzeit zum Arbeitssieg.